Ein MLB-Free-Agent-Markt wirkt auf den ersten Blick wie eine Liste aus Namen und Vertragsgerüchten. Entscheidend ist aber der Zeitpunkt: Ein Spieler kann erst dann frei mit allen Clubs sprechen und bei jedem Team unterschreiben, wenn die dafür vorgesehene Frist um 00:01 Uhr Eastern Time beginnt. Danach läuft die Offseason nicht geradlinig ab. Manche Stars finden rasch ein neues Team, andere bleiben noch Wochen oder Monate Teil der Diskussion.
Für 2025/26 prägten große Namen aus der Rotation, dem Outfield, dem Infield und dem Bullpen die Schlagzeilen. Gleichzeitig zeigt der Marktverlauf, warum eine Momentaufnahme schnell veralten kann: Verfügbare Spieler, bereits abgeschlossene Verträge und Trades verändern die Lage laufend.
Was MLB Free Agents sind und wann der Markt öffnet
Als Free Agents gelten in diesem Zusammenhang Spieler, die nach Ablauf der maßgeblichen Frist nicht mehr an ihren bisherigen Club gebunden sind und mit jedem MLB-Team verhandeln dürfen. Sie können damit grundsätzlich Angebote vergleichen und einen Vertrag bei einem neuen oder auch beim bisherigen Arbeitgeber abschließen. Nach der Saison 2025 wurden 137 Spieler gemäß Artikel XX(B)(2) des Basic Agreement zu Free Agents.
Die formelle Öffnung der Free Agency erfolgte fünf Tage nach dem Ende der World Series 2025. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Markt sofort seine größte Dynamik entwickelt. Gerade bei den teuersten oder strategisch wichtigsten Spielern warten Clubs häufig ab, prüfen Alternativen oder beobachten, welche Teams zuerst Bedarf über Trades decken.

- Fünf Tage nach der World Series: Die Free Agency öffnet formell, und berechtigte Spieler dürfen mit allen Clubs verhandeln.
- Letzte Novemberwoche: In dieser Phase setzt üblicherweise die substanziellere Marktbewegung ein.
- 7. bis 10. Dezember 2025: Die Winter Meetings in Orlando bündeln traditionell Gespräche, Verhandlungen und Entscheidungen.
- 12. Januar 2026: Bis zum Spring Training war noch etwa ein Monat Zeit; zugleich standen weiterhin hoch bewertete Namen auf dem Markt.
- 8. Februar 2026: Mehrere der größten Namen hatten bereits neue Teams gefunden, während die Offseason zusätzlich von großen Trades und überraschenden Bewegungen geprägt war.
Für eine Einordnung ist deshalb der jeweilige Stichtag unverzichtbar. Der letzte hier belegte Marktstand stammt aus dem Februar 2026; eine vollständige aktuelle Liste noch vertragsloser Spieler lässt sich daraus nicht ableiten.

Die prägenden Namen der Offseason 2025/26
Der Markt begann mit einer ungewöhnlich prominenten Gruppe. Kyle Tucker, Kyle Schwarber, Framber Valdez, Bo Bichette und Dylan Cease gehörten zu den Topspielern, die nach der Saison 2025 die Free Agency erreichten. Diese Namen stehen für unterschiedliche Arten von Bedarf: Tucker für ein starkes Outfield-Profil, Schwarber für Offensivkraft, Bichette für das Infield und Valdez sowie Cease für Qualität in der Starting Rotation.
Zu Beginn der Offseason wurde Tucker als führender Name des Markts eingeordnet. Für ihn galt ein Vertrag von mehr als 400 Millionen US-Dollar als denkbar. Bo Bichette wurde ebenfalls als Spitzenspieler betrachtet; bei ihm stand ein möglicher Vertrag von mehr als 200 Millionen US-Dollar im Raum. Das waren Erwartungen an den damaligen Markt, keine später bestätigten Vertragswerte.
Am 12. Januar 2026 lag Framber Valdez auf einem Big Board der noch verfügbaren Free Agents auf Rang drei, Cody Bellinger auf Rang vier und Ranger Suárez auf Rang fünf. Valdez und Suárez wurden dabei als Starting Pitcher geführt, Bellinger als Outfielder. Diese Reihenfolge zeigt vor allem, wie wertvoll hochklassige Starter und ein vielseitiger Outfielder zu diesem Zeitpunkt noch waren. Sie belegt aber nicht, wer später tatsächlich vertragslos blieb oder unterschrieb.
Eine vollständige Aufstellung aller zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt verfügbaren MLB Free Agents – einschließlich Position und zuletzt zugeordnetem Team – ist auf dieser Grundlage nicht möglich. Der Marktüberblick konzentriert sich daher auf die dokumentierten prägenden Namen und Abschlüsse der Offseason.
Welche Topspieler bereits neue Teams gefunden haben
Bis zum 8. Februar 2026 hatten Alex Bregman, Kyle Tucker, Bo Bichette, Framber Valdez und Pete Alonso bereits neue Teams gefunden. Für zwei dieser Wechsel ist das Zielteam ausdrücklich bekannt: Valdez ging nach Detroit, Alonso nach Baltimore. Damit waren wichtige Namen aus dem ursprünglichen Spitzenfeld nicht mehr Teil der offenen Free-Agent-Diskussion.
Auch im mittleren Segment wurden bedeutende Verträge abgeschlossen. Ha-seong Kim unterschrieb bei Atlanta einen Einjahresvertrag über 20 Millionen US-Dollar. Jorge Polanco erhielt bei New York einen Zweijahresvertrag über 40 Millionen US-Dollar. Diese Deals zeigen, dass sich der Markt nicht nur über die größten Stars definiert: Gerade Spieler, die Infield-Tiefe oder konkrete Rollen abdecken, können früh klare Entscheidungen für ein neues Umfeld treffen.
Bei mehreren weiteren prominenten Wechseln sind hier zwar Team und Laufzeit dokumentiert, nicht aber vollständige Angaben zu Garantiesummen, Optionen oder allen weiteren Vertragsbedingungen. Die bekannten Eckdaten sollten daher nicht zu umfassenderen Vertragsurteilen erweitert werden.
Relief Pitcher: die wichtigsten bekannten Abschlüsse
Besonders sichtbar war die Bewegung im Bullpen. Edwin Díaz unterschrieb am 12. Dezember einen Dreijahresvertrag bei den Los Angeles Dodgers. Einen Tag zuvor band Atlanta Robert Suárez für drei Jahre; Raisel Iglesias hatte dort bereits am 19. November einen Einjahresvertrag unterschrieben. Atlanta setzte damit auf mehrere bekannte Reliever und schuf früh Klarheit für zentrale Bullpen-Rollen.
Weitere dokumentierte Abschlüsse verteilen sich auf mehrere Clubs: Ryan Helsley unterschrieb am 1. Dezember für zwei Jahre bei Baltimore, Devin Williams am 3. Dezember für drei Jahre bei den New York Mets. Tyler Rogers wechselte am 15. Dezember für drei Jahre nach Toronto. Kenley Jansen erhielt am 17. Dezember einen Einjahresvertrag bei Detroit, Shawn Armstrong am 20. Dezember einen Einjahresvertrag bei Cleveland und Hoby Milner am 16. Dezember einen Einjahresvertrag bei den Chicago Cubs.
Die Laufzeiten machen den Unterschied zwischen langfristigerer Bullpen-Planung und kurzfristiger Verstärkung sichtbar. Über die meisten dieser Verträge sind jedoch keine vollständigen finanziellen Konditionen überliefert.
Wie sich der Markt bis zum Spring Training entwickelt hat
Die Offseason 2025/26 verlief in mehreren Wellen. Der erste formelle Schritt kam kurz nach der World Series, doch die Marktgeschwindigkeit nahm erst gegen Ende November spürbar zu. Die Winter Meetings in Orlando boten vom 7. bis 10. Dezember einen wichtigen Rahmen für Verhandlungen, auch wenn nicht jede Entscheidung genau in diese Tage fallen musste.
- Marktstart: Nach der World Series stand zunächst die neue Verhandlungsfreiheit der Free Agents im Mittelpunkt.
- Erste große Erwartung: Kyle Tucker und Bo Bichette standen früh für die obere finanzielle und sportliche Kategorie des Markts.
- Bullpen-Welle im Dezember: Mehrere Reliever fanden innerhalb weniger Wochen neue Clubs, darunter Díaz, Williams, Helsley und Rogers.
- Offene Spitzenklasse im Januar: Einen Monat vor dem Spring Training waren Valdez, Bellinger und Suárez noch auf den Rängen drei bis fünf eines Big Boards verfügbar.
- Weitere Entscheidungen bis Februar: Bis zum 8. Februar waren unter anderem Bregman, Tucker, Bichette, Valdez und Alonso bei neuen Teams untergebracht.
Diese Abfolge erklärt, warum Ranglisten nur Momentaufnahmen sind. Im Januar können Pitcher und Outfielder noch die Gespräche bestimmen, während bis Februar andere große Namen bereits vom Markt verschwunden sind. Parallel dazu beeinflussen Blockbuster-Trades den Bedarf der Teams und damit auch die Verhandlungslage für Free Agents.
Was der Marktüberblick für die weitere Saisonplanung zeigt
Der Blick auf 2025/26 macht vor allem eines deutlich: Free Agency ist kein isolierter Wettbewerb um die berühmtesten Namen. Teams planen gleichzeitig Rotation, Line-up, Infield, Bullpen und mögliche Trade-Optionen. Deshalb verändern sich Prioritäten schnell. Ein Club, der eine Position über einen Trade besetzt, kann aus der Verfolgung eines Free Agents aussteigen; ein anderer kann durch einen verpassten Deal plötzlich aggressiver werden.
Für die sportliche Einordnung ragten zu Beginn Tucker, Schwarber, Bichette, Valdez und Cease heraus. Im Januar standen mit Valdez, Bellinger und Suárez noch drei hoch bewertete Spieler für unterschiedliche Kernbedürfnisse: zwei Starting Pitcher und ein Outfielder. Bis Anfang Februar hatte sich das Bild wieder deutlich verschoben, weil mehrere große Namen neue Teams gefunden hatten.
Bei den bekannten Abschlüssen reicht die Spannweite von klar bezifferten Verträgen wie Kims einem Jahr und 20 Millionen US-Dollar oder Polancos zwei Jahren und 40 Millionen US-Dollar bis zu Reliever-Deals, bei denen vor allem Team und Laufzeit feststehen. Wer den Markt bewertet, sollte diese Unterschiede beachten: Ein dokumentierter Wechsel ist nicht automatisch ein vollständiges Bild aller finanziellen und vertraglichen Details.
Die offene Frage bleibt damit weniger, welche Namen die Offseason ursprünglich geprägt haben, sondern wie eine spätere, vollständige Liste der noch freien Spieler aussehen würde. Dafür braucht es immer einen klaren Stichtag – denn neue Verträge und Trades können den MLB-Free-Agent-Markt innerhalb kurzer Zeit neu ordnen.